

Was ist ISDA?
ISDA steht für: International Swaps and Derivatives Association.
Sie ist eine internationale Interessenvertretung für das Geschäft mit OTC-Derivaten mit der Aufgabe der Erstellung standardisierter Dokumentationen und stellt ein Diskussionsforum in Bezug auf OTC-Derivate-Fragestellungen dar.
Was ist ein Makrohedge?
Beim Makrohedge werden die Positionen des Unternehmens in ihrer Gesamtheit gesehen. Hierbei wird nicht den einzelnen Positionen innerhalb der Unternehmung ein bestimmtes Zinssicherungsinstrument zugeordnet. Man betrachtet statt dessen nach betriebswirtschaftlicher Überzeugung nur die Netto-Risikoposition, die sich nach Aufrechnung durch kompensatorische Effekte zwischen allen Positionen ergibt. Im Unterschied zum Mikrohedge ist hier das abzusichernde Grundgeschäft nicht eindeutig bestimmt, sondern ergibt sich gedanklich aus der übergreifenden Betrachtung einer größeren Zahl von Bilanzpositionen und (schwebenden) Geschäften. Das Vereinnahmen unrealisierter Bewertungsgewinne ist nicht statthaft.
Da bei diesem Konzept Positionen aus unterschiedlichen Marktsegmenten (verschiedene Wertpapierklassen, Geldmarkt, Swapmarkt etc.) mit verschiedenen Restlaufzeiten, Zinsfrequenzen und Zinsbasen betrachtet werden, kann ein Zinsrisiko nicht vollständig ausgeschlossen werden (kein perfekter Hedge).
Was ist eine "break clause"?
Die "break clause" ermöglicht die vorzeitige Erfüllung.
Jede Partei ist berechtigt, zu einem Beendigungstag durch Erklärung gegenüber der anderen Partei Erfüllung per Ausgleichszahlung zu wählen. Die Erklärung bewirkt, dass an die Stelle der beiderseits geschuldeten Zahlungen oder sonstiger Leistungen, die nach dem Beendigungstag fällig geworden wären, eine Ausgleichszahlung tritt.
Die "break clause" kann als Anhang zum Rahmenvertrag hinzugenommen werden.
Was versteht man unter Mikrohedge?
Zinssicherungsgeschäfte können zur Absicherung von einzelnen, genau definierten Finanzierungs- und Investitionsvorhaben abgeschlossen werden.
Sie lassen sich hinsichtlich Volumina und Zinsterminen exakt auf das Grundgeschäft abstimmen. Auf diese Weise erreicht man, dass die jeweilige Grundposition, die dem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt ist, kalkulierbar wird.
Der Mikrohedgeansatz ist also transaktions- bzw. projektbezogen.
Aus Rechnungslegungssicht ist bei diesem Ansatz die Bildung einer Bewertungseinheit unter bestimmten Bedingungen mit den GoB (Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung) vereinbar. Dies ist in erster Linie dann der Fall, wenn das Sicherungsgeschäft geeignet ist, das Risiko aus dem Grundgeschäft weitgehend zu kompensieren. Dabei wird i.d.R. auf anerkannte Risikomess- und Kontrollsysteme zurückgegriffen. Ferner ist die Dokumentation des Sicherungszusammenhangs durch eine Bestandsführung im Voraus erforderlich.
Welche Dokumentation wird bei Abschluss von OTC-Derivaten benutzt?
Es wird der Deutsche Rahmenvertrag (DRV) benutzt.
Welche Möglichkeiten gibt es, eine Capprämie zu reduzieren?
Die Prämien eines Caps lassen sich durch folgende Optionsstrategien reduzieren:
+ Collar (Kauf Cap/Verkauf Floor)
+ Range Cap (Kauf eines Caps "am Geld", Verkauf eines Caps "aus dem Geld")
+ Two Strike Cap oder Dual Strike Cap (Kauf Cap, Verkauf eines digitalen Caps)
Zusätzlich können die Nominalbeträge variiert werden. Z.B. Kauf Cap,
Nominalbetrag 10 Mio, Verkauf Floor, Nominalbetrag 15 Mio
Welches Risikoprofil hat ein FRA?
Symmetrisch, d.h., Verlust- wie auch Gewinnpotenzial stehen im selben Verhältnis.
Wie annualisiert man die Prämie einer Option?
Beispiel: Capprämie: 150 Bp.
Laufzeit: 5 Jahre
Zins 5 Jahre: 5,5%
Mit Hilfe des Rechners HP 19BII kann die Berechnung leicht vollzogen werden. Unter dem Menüpunk ANNU müssen folgende Angaben gemacht werden:
Menü -> FINZ -> ANNU: #R: 5
I%J: 5,5
BARW : -150 (Beachte das MINUSZEICHEN)
ENDW : 0
Durch die Aktivierung der Taste "RATE" wird die p.-a.-Prämie errechnet: 35,13 = 0,3513%.
Auch mit Hilfe von Excel kann die p.-a.-Prämie errechnet werden. Die Formel "RMZ" macht dies möglich.
Wie funktioniert der Portfolioansatz?
Hier handelt es sich um eine verfeinerte Art des Makrohedges. Es werden die zinssensitiven Positionen des Unternehmens nach Geschäftsarten und/oder Risikoprofilen in verschiedene Portfolios sortiert und auf Portfolioebene bewertet. Es kommt dadurch innerhalb des Portfolios zu einer Verrechnung unrealisierter Gewinne und Verluste. Auch hier ist das Vereinnahmen von unrealisierten Bewertungsgewinnen nicht statthaft. Durch die Klassifizierung in Risikoklassen kann ein differenzierter Einsatz von Zinsinstrumenten je nach Risikobereitschaft und Zinserwartung vorgenommen werden.
Idealtypisch könnten im Hinblick auf die geforderten Korrelationszusammenhänge der Einzelgeschäfte mehrere Stufen des Portfolioansatzes unterschieden werden.
Wie können Swapvereinbarungen vorzeitig beendet werden?
1. Durch ein Gegengeschäft wird ein Swap abgeschlossen, in dem man die entgegengesetzte Position des Ursprungsgeschäfts einnimmt. Dadurch neutralisieren sich die Positionen. Beide Geschäfte sind laufzeitkongruent. Die eventuell anfallenden Kosten verteilen sich über die Laufzeit.
2. Vorzeitige Auflösung des Swapvertrages (Close-out). Hier wird der Swap "ganz" beendet. Die aus dem Vertrag existierenden Zinsforderungen werden ausgeglichen. Die künftigen Zahlungsströme werden auf den Auflösungstag diskontiert. Der Barwert ist der Close-out-Preis.
3. Die Abtretung (Assignment) ist die letzte Möglichkeit. Sie findet vorwiegend im Interbankenmarkt statt. Wegen der nötigen Zustimmung des bisherigen und des neuen Swappartners können nur bekannte "Namen" diese Möglichkeit nutzen. Diese müssen bonitätsmäßig akzeptabel sein.