Spitzensportler: Die finanziellen Weichen stellen

Thema: Spitzensportler

Die finanziellen Weichen stellen

Zu den Besten gehören und ganz vorne mitspielen: Das geht im optimalen Fall etwa 10 oder 15 Jahre. Wir unterstützen Spitzensportler dabei, mit den Erfolgen von heute den Lebensstandard von morgen zu sichern.

Christian Keller - Leiter der BHF-BANK Niederlassung Essen

Vorausschauend mit Vermögen umgehen

Herr Keller, Ablösesummen, Spielergehälter und Preisgelder bewegen sich mittlerweile im Millionenbereich, nicht selten sind sie zweistellig. Wie beurteilen Sie die Kommerzialisierung des Sports?
Ich sehe das sehr sachlich: Für Leistungen, die Spitzensportler erbringen, gibt es einen Markt. Und wie bei anderen Märkten ist auch hier der Preis eine Funktion von Angebot und Nachfrage.


Rechtfertigen sportliche Leistungen solche Summen?
Unsere Wahrnehmung ist oft sehr selektiv: Wir sehen und bewundern die Stars im Rampenlicht. Ronaldo, Rosberg und Roger Federer sind aber Ausnahmen. 99 Prozent aller Hochleistungssportler leben in bescheidenen finanziellen Verhältnissen. Gemessen am Aufwand für Training und Wettkämpfe habe ich in meiner aktiven Zeit zwischen vier und fünf Euro pro Stunde verdient. Daran hat sich meines Wissens auch heute nichts geändert.

Nach Ihrem letzten Wettkampf im Schwimmbecken haben Sie beruflich durchgestartet und sind seit 2016 Niederlassungsleiter der BHF-BANK in Essen. Wie kam es dazu?
Meine Eltern haben mich immer wieder daran erinnert, dass es ein Leben nach dem Leistungssport gibt. Und sie haben mich zum Beispiel gefragt: Was machst Du, wenn Du morgen eine Chlorallergie bekommst oder Dir eine chronische Schulterverletzung zuziehst? Parallel zum Training habe ich deshalb meine Berufsausbildung zum Bankkaufmann begonnen, die ich 1996 nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen mit „gut“ abgeschlossen habe. Das war hart. Im Nachhinein bin ich meinen Eltern aber sehr dankbar für ihren Rat.

Was empfehlen Sie Spitzensportlern heute?
Sofern sie eine Disziplin betreiben, die eher von der Stiftung Deutsche Sporthilfe als von Zuschauerquoten und industriellen Sponsoren finanziert wird, sage ich ihnen ungefähr dasselbe, was meine Eltern mir damals gesagt haben: an einer dualen Karriere arbeiten. Sollten sie in einer Sportart erfolgreich sein, in der sehr hohe Summen umgesetzt werden, kann ich sie als Angestellter einer angesehenen Privatbank auch auf der finanziellen Seite begleiten.

Wie sieht diese Begleitung konkret aus?
Zunächst geht es uns darum, Spitzensportler für die finanziellen Risiken ihres Berufs zu sensibilisieren. Dazu gehört etwa eine Einnahmen- und Ausgabenbilanz und die Frage, wie der Lebensstandard nach Karriereende finanziert und wie Frau und Kinder abgesichert werden sollen. Aus unserer Sicht sollten Spitzensportler so früh wie möglich eine Kapitalbasis für die Zeit nach der Karriere bilden und vorausschauend mit ihrem Vermögen umgehen. Als Privatbank ist es eine unserer Kernkompetenzen, unsere Kunden hierbei mit Rat und Tat und aller gebotenen Diskretion zu unterstützen.

Zu diesen Kernkompetenzen zählt auch die Vermögensverwaltung.
Natürlich. Und von der Performance her gesehen, spielt die BHF-BANK hier in der Champions League – und das über einen langen Zeitraum sehr erfolgreich. Aber Geld ist nicht alles. Nach der Profilaufbahn einen Platz und eine Aufgabe in der Gesellschaft zu finden, ist sicherlich genauso wichtig. Aus meiner eigenen Lebenserfahrung kann ich hier jedem Spitzensportler ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg geben.


Christian Keller gewann als Spitzenschwimmer 35 deutsche Meisterschaften sowie mehrere Europa- und Weltmeistertitel. Er nahm an vier Olympischen Spielen von 1992 – 2004 teil und schwamm 16 Jahre in der A-Nationalmannschaft. Seit 2005 engagiert er sich ehrenamtlich für die Nachwuchsförderung im Leistungssport. Bei der BHF-BANK ist er einer der Hauptansprechpartner für die Betreuung von Profisportlern.